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  Kinostart des von EZEF unterstützten Films SHANGHAI – SHIMEN ROAD durch Kairos Film Verleih am 13. März 2014

  Kino-Premiere von „Good Morning Karachi“

  Stefan Kaspar ist gestorben

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  Erde und Asche

  Zulu Love Letter

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  Kairo 678 - Aufstand der Frauen

  Die Piroge

  Mona

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Kinostart von „Millions can Walk“ am 02.10.2014

Am 02.10.2014 startet EZEF den Dokumentarfilm „Millions can Walk. Jan Satiagraha - Marsch der Gerechtigkeit“ im Kino.
Der Film von Christoph Schaub und Kamal Musale (Schweiz 2013, 88 Min. OmU) folgt hunderttausend Inderinnen und Indern, landlose Bauern und Ureinwohnern – Adivasi –, die sich aufgemacht haben, um für ihre Rechte einzutreten. Der Marsch, der auf Gandhis Philosophie des gewaltlosen Widerstands basiert, führt sie von Gwalior ins 400 Kilometer entfernte Delhi. Koordiniert wird der Protest von Ekta Parishad, einer Organisation mit etwa 12.000 freiwilligen Aktivistinnen und Aktivisten, die versucht, die Bedingungen der Landbevölkerung zu ändern, und ungefähr 80 Millionen der ärmsten Menschen in Indien erreicht.
Die Teilnehmer des Marsches sind aus dem ganzen Land angereist, um sich gemeinsam für eine Existenz in Würde einzusetzen. Unter ihnen der charismatische Rajagopal, Präsident und Gründungsmitglied von Ekta Parishad.
Der Film von Christoph Schaub und Kamal Musale zeigt die vielfältigen Seiten des imposanten Protestmarsches und fokussiert immer wieder auf die Geschichten Einzelner, ihre alltäglichen Erfahrungen und die Gründe, die sie bewogen haben, sich auf den Weg zu machen.
Rajagopal ist Präsident und Gründungsmitglied von Ekta Parishad. Er wuchs in Kerala in Südindien auf und studierte Landwirtschaft in Seva Gram. Politisch war er erstmals in den frühen 1970er-Jahren aktiv. In Zentralindien half er, ein Tal zu befrieden, indem er die „Dacoits“ (organisierte Verbrecher) überzeugte, ihre Waffen niederzulegen und gewaltfrei zu leben.

Zum Kinoauftakt begleitet Rajagopal den Film in einigen Städten und steht zum Gespräch zur Verfügung, eingeführt und übersetzt von Dr. Julius Reubke, Freunde von Ekta Parishad e.V.

So 12.10.2014, 17.30 Uhr: München Werkstatt Kino
Mo 13.10.2014, 20.00 Uhr: Mannheim zeitraumexit e.V.
Di 14.10.2014, 20.00 Uhr: Frankfurt/M. Filmforum Höchst
Mi 15.10.2014, 19.30 Uhr: Freiburg Kommunales Kino
Do 16.10.2014, 20.15 Uhr: Berlin Kino Babylon
Fr 17.10.2014, 20.00 Uhr: Köln Kino 813 in der BRÜCKE
Mo 20.10.2014, 20.00 Uhr: Hamburg Abaton Kino

Preis für den besten Dokumentarfilm beim 11. Indischen Filmfestival Stuttgart 2014

Presseinformationen finden Sie hier ...


Kinostart von "Die Fliege in der Asche"

Am 12.06.2014 startet der argentinischen Spielfilm „Die Fliege in der Asche“ (La mosca en la ceniza) von Gabriela David in zwei Berliner Kinos, den Hackeschen Höfen und dem Eiszeit-Kino. 

Der Film erzählt die Geschichte einer starken, wenn auch ungleichen Freundschaft zweier junger Frauen: Nancy und Pato langweilen sich in der Provinz des nördlichen Argentiniens. Pato möchte unbedingt in die Hauptstadt Buenos Aires, um Geld zu verdienen und zu studieren und überredet die zögernde Nancy, mitzukommen. Eine Vermittlerin organisiert nicht nur die Reise, sondern verspricht ihnen auch gute Stellen in einem Haushalt. Kaum in Buenos Aires angekommen erkennen sie zu spät, dass sie getäuscht wurden, denn sie finden sich in einem Bordell wieder. Eingeschlossen in der klaustrophobischen und brutalen Atmosphäre einer Wohnung in einer bürgerlichen Umgebung rückt die Hoffnung auf eine bessere Zukunft in unerreichbare Ferne. Während sich Pato gegen den Zwang, sich zu prostituieren, wehrt und dafür hart bestraft wird, fügt sich die naive Analphabetin Nancy in ihr Schicksal, um das Leben für sich und ihre Freundin ertragbarer zu gestalten. Doch schließlich ist sie es, die die Tür in die Freiheit öffnet. Dabei stehen nicht nur die Betreiber des Bordells, sondern auch die Gäste und Nachbarn, die das Leid der jungen Frauen stillschweigend akzeptiert haben, zur Anklage.

„Die Fliege in der Asche“ ist die beklemmend erzählte Geschichte einer gefährdeten Freundschaft. Der Film kündet von der Kraft der Solidarität, die Nancy und Pato helfen, ihre Würde – und ihr Leben – erfolgreich zu verteidigen. 

Beim Internationalen Filmfestival Innsbruck wurde der Film mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.

Im Filmdienst (2014/12) heißt es: „Auf poetische, unaufgeregte Weise und ohne drastische Vergewaltigungsszenen nähert sich der Film dem brisanten Thema, ohne es zu verharmlosen. Mit einer ganz und gar außergewöhnlichen Heldin beleuchtet das großartig gespielte Drama die Not der Prostituierten und rückt zugleich die Scheinheiligkeit einer gutbürgerlichen Fassade in den Blick, hinter der das Leid der Frauen unsichtbar bleibt.“ 

Im Rahmen einer Sondervorstellung am Mittwoch, 09.07.2014 wird die Diakonie Deutschland einen Kinospot vorstellen, der für die Kampagne gegen sexuelle Ausbeutung und Menschenhandel entstanden ist. Vertreterinnen der Diakonie Deutschland und von Terre des Femmes, einem weiteren Medienpartner, stehen für Gespräche zum Themenkomplex Frauenhandel und sexuelle Ausbeutung zur Verfügung.

Weitere Informationen unter Presse




Kinostart von "Good Morning Karachi" am 08.05.2014
Ein Film von Sabiha Sumar

Pakistan, Deutschland 2012, 85 min., OmU

Unzufrieden mit ihrem Leben, das nur eine Zukunft als Ehefrau und Mutter für sie vorzusehen scheint, setzt Rafina alles daran, sich ihren Traum, Model zu werden zu erfüllen. Rosie, die Freundin ihrer Mutter, arbeitet als Kosmetikerin und führt Rafina in der Modelagentur „Radiance“ ein. Dort trifft sich die junge westlich orientierte Elite Pakistans, die in der neu entstehenden Mode- und Medienindustrie die Chance für berufliche Unabhängigkeit sieht. Schön und ehrgeizig schafft es Rafina, bei einer Modenschau mitzulaufen. Dies bringt sie nicht nur in Konflikt mit ihrer Mutter, die sie und ihren kleinen Bruder in einfachen Verhältnissen erzogen hat, sondern auch mit ihrem Verlobten Arif, der nicht möchte, dass seine zukünftige Ehefrau einen Beruf ausübt - schon gar nicht als Model. Aber auch er träumt von einer besseren Zukunft. Er engagiert sich in der Partei Benazir Bhuttos, die Ende 2007 einen Neuanfang in die pakistanische Politik sucht. Vor dem Hintergrund der Unruhen, die Pakistan in der kurzen Zeit nach der Rückkehr Benazir Bhuttos und ihrer Ermordung erschüttern, und die im Film in den Radiokommentaren des Magazins „Good Morning Karachi“ lebendig werden, muss sich Rafina zwischen den Verheißungen der modernen Modewelt und ihrer an traditionellen Lebensformen orientierten Herkunft entscheiden.

Der Film  wurde vom Evangelischen Entwicklungsdienstes (EED) in der Produktion gefördert.

Weitere Informationen unter Presse




Kinostart von "Tödliche Hilfe" am 13.11.2013

Ein Film von Raoul Peck Haiti, Frankreich, USA, Belgien 2013, 99 min.

Original (mit deutschem Kommentar, teilweise untertitelt)

Am 12. Januar 2010 erschütterte ein schweres Erdbeben Haiti. 250.000 Menschen verloren ihr Leben, mehr als eine Million waren obdachlos. Die Weltgemeinschaft reagierte schnell. Die humanitäre Hilfe begann sofort anzulaufen. Dutzende Staaten, zahlreiche internationale Organisationen und tausende Nichtregierungsorganisationen versprachen Hilfe und Unterstützung beim Wiederaufbau des Landes. Schon im März 2010 wurden auf einer Internationalen Geberkonferenz elf Milliarden US $ an Hilfszahlungen zugesagt.

Die Hoffnungen der Haitianer waren groß. Durch die Hilfszusagen aus aller Welt wurde auch die Erwartung geweckt, Haiti nicht nur wieder aufzubauen, sondern die Katastrophe als Chance für eine Neugestaltung des Landes zu nutzen, indem die Administration des ‚schwachen Staates‘ verbessert und sich durch den Wiederaufbau für die Bevölkerung eine neue wirtschaftliche Perspektive eröffnen würde. Die von den Vereinten Nationen eingerichtete „Interim Haiti Recovery Commission“ (IHRC), deren Vorsitz Bill Clinton als UN-Sonderbeauftragter und der haitianische Premierminister Jean-Max Bellerive gemeinsam übernahmen, sollte die Umsetzung des ambitionierten Vorhabens gewährleisten.

Raoul Peck reiste unmittelbar nach der Katastrophe nach Haiti. Bestens vertraut mit den schwachen administrativen Strukturen seines Heimatlandes – 1996/97 war er haitianischer Kulturminister – und in engem Kontakt mit der Zivilgesellschaft, ist er von Beginn an zwar skeptisch gegenüber den weitreichenden Hilfszusagen, sieht aber auch die großen Chancen, die diese außerordentliche Aufmerksamkeit für Haiti bietet. So entscheidet er sich, den Prozess des Wiederaufbaus über einen längeren Zeitraum filmisch zu begleiten.

Nach zwei Jahren Dreharbeiten fällt Pecks Zwischenbilanz kritisch aus. Ohne vorzugeben, eine objektive Bestandsaufnahme vorzulegen, diagnostiziert er nicht nur gravierende Defizite bei der Koordination der Hilfsprogramme, sondern beklagt vor allem auch die fehlende Bereitschaft der vielen Nichtregierungsorganisationen, die haitianische Zivilgesellschaft und die von der Katastrophe betroffenen Menschen in ihre Bemühungen mit einzubeziehen.

Für seine subjektiven Einschätzungen der Ereignisse hat er eine zweite filmische Ebene gewählt: den Gedankenaustausch mit einer Entwicklungshelferin, der immer wieder als Off-Kommentar einfließt. Mit dieser komplexen ästhetischen Gestaltung, ist Raoul Peck sowohl eine beobachtende und berichtende Langzeitbeobachtung, als auch das Dokumentarfilmessay eines Haitianers gelungen, der die Geschichte und Geschicke des Landes seit Jahrzehnten filmisch begleitet und kenntnisreich reflektiert.

7. Eine-Welt-Filmpreis NRW 2013 www.fernsehworkshop.de 

Weitere Informationen unter Presse

Kinostart von „Die Piroge“ am 18.04.2013

EZEF bringt den Film „Die Piroge“ von Moussa Touré ins Kino 

2. Juni, Berlin, Kino Hackesche Höfe, 17:00 Uhr
3. Juni, Berlin, Kino Hackesche Höfe, 20:00 Uhr, und Schulvorstellung 11:00 Uhr
4. Juni, Hannover, Kino im Künstlerhaus,  19:30 Uhr
5. Juni, München, Monopol Kino, 19:00 Uhr
6. Juni, Köln, Cinenova, 20:00 Uhr

„Die Piroge“, der neue Film des senegalesischen Regisseurs Moussa Touré startet am 18. April in deutschen  Kinos. Erzählt wird die Geschichte einer Gruppe von Senegalesen, die sich in einem Fischerboot auf den Weg nach Europa machen.

Am Rande eines traditionellen Ringwettkampfs werden die Bedingungen für die Überfahrt verhandelt. Als Kapitän soll Baye Laye die Verantwortung für die 30 Männer übernehmen, darunter auch sein Bruder, der hofft, in Europa Karriere als Musiker zu machen. Die Gruppe, die sich in der Enge des Bootes zusammenfindet, ist bunt gemischt. Männer verschiedener Ethnien, die nicht die gleiche Sprache sprechen und zum Teil noch nie das Meer gesehen haben, treffen dort aufeinander. Als blinder Passagier bringt eine Frau Unruhe unter die Reisenden. Und unterschiedlich sind auch die Hoffnungen und Wünsche, die jeder Einzelne mit Europa verbindet.

Nur Kapitän Baye Laye weiß, wie gefährlich die Überfahrt wirklich ist. Nicht wenige Boote sind von der Strömung in die Weiten des Atlantischen Ozeans getrieben worden und haben ihr Ziel nie erreicht. Und so nimmt die Piroge ihre Reise auf. Erscheint sie zunächst groß und gut ausgerüstet, ist sie bald nur noch ein winziger Punkt in den Weiten des Ozeans.

Moussa Touré, der mit seinem Film „TGV-Express“ schon einen erfolgreichen Film im deutschen Kino hatte, greift in seinem neuen Film ein hochaktuelles Thema auf. Die Geschichten der Reisenden, die er in packenden Bildern erzählt, öffnen gleichzeitig den Blick auf die Geschichten all jener unzähligen Afrikaner, die sich mit ebenso großen Hoffnungen auf den Weg nach Europa gemacht haben und deren Schicksal ähnlich hätte verlaufen können.

Der Film erhielt 2012 beim Filmfest München mit dem ARRI-Preis Bester Internationaler Film und den Hauptpreis beim Filmfestival Karthago. Im Februar 2013 wurde er beim Panafrikanischen Filmfestival in Ouagadougou mit dem Bronzenen Yenenga geehrt.

Die Piroge wurde als Film des Monats April 2013 der Jury der Evangelischen Filmarbeit ausgezeichnet.
www.film-des-monats.de/filme/la-pirogue

Filmtipp von Vision Kino: : http://www.visionkino.de/WebObjects/VisionKino.woa/wa/CMSshow/1211472

Finanziell gefördert wurde der Film vom Evangelischen Entwicklungsdienstes (EED).

       

Filme zum Wegwerfen – Müll und Recycling als globale Herausforderung 9 Filme und Begleitmaterial für Unterricht und Bildung

Wachsender Konsum und immer neue Produkte, die von der Wirtschaft ersonnen werden, um sie verkaufen zu können, führen zunehmend zu Problemen bei der Entsorgung dessen, was am Ende übrig bleibt. Vieles wird weggeworfen, obwohl es noch brauchbar, oder eine Reparatur teurer als eine Neuanschaffung ist. Dies betrifft Handys oder Computer ebenso wie Lebensmittel. Diese Verschwendung wertvoller Ressourcen führt zu Engpässen, Preissteigerungen und riesigen Abfallbergen. Die Auswirkungen für Mensch und Umwelt sind gravierend.

Die neun Filme der DVD greifen verschiedene Aspekte dieser Thematik von Entsorgung und Wiederverwertung auf. Sie greifen aber nicht nur Probleme auf, sondern zeigen auch Alternativen. So wird auf einen im Grunde verantwortungslosen Umgang mit verschiedenen Gütern des Alltags wie Essen, Kleidung oder Elektronik aufmerksam gemacht. Wir begegnen Menschen, die bewusst konsumieren, was andere wegwerfen, oder ihr Überleben mit dem Sammeln von Müll sichern müssen. Es werden verschiedene Initiativen vorgestellt, wie Abfall wieder verwertet werden kann.

Weitere Informationen zu den einzelnen Filmen finden Sie in unserem online-Katalog

Filme zu Haiti
Vielbeachtete Premiere von Moloch Tropical bei der Berlinale - Weitere Filme zu Haiti

Das schwere Erdbeben in Haiti liegt nun schon einige Wochen zurück und steht nicht mehr im Zentrum der Medien. Doch für Haiti interessieren sich derzeit mehr Menschen als je zuvor – dies wurde auch bei der Premiere des haitianischen Spielfilms „Moloch Tropical“ im Rahmen diesjährigen Berlinale sehr deutlich. Regisseur des Films ist Raoul Peck, der seinen neuesten Film – fertig gestellt wurde dieser schon im Herbst 2009 – wieder in Haiti realisieren konnte (nach „Haitian Corner“, „Der Mann auf dem Quai“ und „Profit nichts als Profit!“). 1996/1997 war Raoul Peck Kulturminister in Haiti.

 
 Raoul Peck bei der Berlinale
Die Premiere seines Films war nicht nur Anlass für ihn von seinen Eindrücken zu berichten, wie die haitianische Zivilgesellschaft mit den Folgen des Erdbebens umgeht, sondern auch eine Reihe kritischer Punkte in der Berichterstattung, vor allem aber der medialen Wahrnehmen Haitis zu thematisieren. "Sogar in der Katastrophe geht es um Profit" – betitelte der Tagesspiegel das Interview mit Raoul Peck.

Auf die Frage nach der „Beziehung Haitis zum großen Nachbarn“ antwortete Peck:
„Haiti hat viele Interventionen erlebt, viele Versuche, die Souveränität des Landes zu beschneiden – nicht nur von amerikanischer Seite. Da sind die Haitianer heute achtsam genug. Was mich beunruhigt, ist eher, wie viel Energie in nutzlosen Debatten und wie viel Geld jetzt verschwendet wird. Und die Korruption. Große Unternehmen tauchen in Katastrophengebieten auf und haben nichts Besseres zu tun, als sofort ihren politischen Einfluss daheim zu mobilisieren und lukrative Verträge zu ergattern – während man noch Menschen aus den zertrümmerten Häusern holt. Es ist falsch, Tonnen von Hilfsgütern ins Land zu schütten. Viel besser wäre es, die lokalen Produkte aufzukaufen, um sie der Bevölkerung zu geben und die heimische Wirtschaft zu stärken.“
(Interview im Berliner Tagesspiegel)

Und in einem in der Frankfurter Rundschau veröffentlichten Text berichtet er von seinem Besuch:

„Eine wütende Freundin sagt: ‚Sie wollen um jeden Preis, das wir in das Bild passen, das sie von uns haben.’ Sie sprach von den Bildern auf CNN, wo aus Hubschraubern Lebensmittel an die Bevölkerung verteilt wurden. Eine anarchische Vergabe, die natürlich in einer Schlägerei endete - live und direkt von CNN übertragen.
Was sollen diese Bilder beweisen? Dass die Haitianer Hunde sind? Dass Menschen, die Hunger haben und sich vernachlässigt fühlen, sich wie Tiere verhalten? Das Schlimmste daran ist nicht, die Bilder zu zeigen, sondern das Ungleichgewicht, der Fakt, dass diese Bilder keinen Platz mehr lassen für solche, die vielleicht treffender wären.“
(http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/2319010_Raoul-Peck-zu-Haiti-Eintrittskarte-in-eine-Sackgasse.html)

(zur Filmpremiere des von EED und EZEF geförderten Films siehe die aktuelle Pressemitteilung).

Der EED bzw. EZEF haben nicht nur den neuen Film von Raoul Peck unterstützt, sondern auch einige seiner früheren Filme im Verleih – und EZEF bietet auch einige andere Filme zu Haiti. Diese sind von ihrem Produktionszeitraum her gesehen allesamt älter, bieten aber Einblicke in die Geschichte und Kultur des Landes und machen damit deutlich unter wie prekären Umständen die Haitianer schon vor dem verheerenden Erdbeben gelebt haben.

Gerade für Kinder und Jugendliche ist es auch wichtig, das durch die aktuelle Berichterstattung geweckte Interesse aufzugreifen und ihnen Hintergrundwissen zu vermitteln, vor allem aber die Menschen Haitis nahezubringen.

Die Filme:

Der Mann auf dem Quai
Raoul Peck, Haiti / Frankreich / Kanada / Deutschland 1993, Dokumentation, 105 Min., VHS
Eine kleine Provinzstadt in Haiti Anfang der 60er Jahre. Es ist die Zeit der Diktatur von François Duvalier, genannt ‚Papa Doc'. Vor diesem düsteren Hintergrund entfaltet sich die Geschichte der achtjährigen Sarah. Ihre Erinnerung an jene Zeit ist bruchstückhaft und schmerzhaft. Ihr Vater war Offizier, ihr Patenonkel Sorel ist vor wenigen Tagen verhaftet worden...

Profit, nichts als Profit!
Raoul Peck, Haiti / Frankreich / Deutschland 2001, Filmessay, 57 Min., VHS
„Ich komme aus einem Land, das theoretisch nicht existiert“ – so eröffnet der Kommentar. Haiti ist das Land, von dem der Regisseur Raoul Peck hier spricht. Und er nennt auch bald einen der Gründe, die er für die Misere seines Landes ausmacht: „Das Kapital hat gewonnen“. Haiti, eines der ärmsten Länder der Welt, als Fallbeispiel - Raoul Peck sucht in seinem dokumentarischen Filmessay zu ergründen, was es mit der Allerweltsweisheit auf sich hat, derzufolge „das Streben nach Geld die Welt antreibt“ und er fragt, ob es nicht doch wichtigeres gibt als Profit. Gegenpol zu den Börsen und boomenden Finanzmetropolen westlicher Metropolen ist ihm dabei Port á Piment, eine Kleinstadt in Haiti.
So etwa wenn er in einer Kontrast-Montage der vom Jahrtausendwende- Feuerwerk illuminierten Londoner Tower-Bridge ein Flüßchen in Haiti gegenüberstellt, das die Menschen barfuß durchwaten oder von Stein zu Stein springend überqueren. In einem poetisch-ironischen Stil erzählt Raoul Peck die uralte Fabel von Arm und Reich dieser Welt.

Himmel und Hölle
Marquise Lepages, Kanada / Indien / Haiti / Jemen 1999, Dokumentation, 53 Min., erhältlich auf der DVD "Kinderwelt - Weltkinder" 
Himmel und Hölle, ein uraltes Hüpfspiel, verbindet Mädchen des Südens und des Nordens mit den Traditionen ihrer Länder und den vielfältigen Formen der Unterdrückung. Der Film vermittelt Einblicke in den Alltag, in die Wünsche und Visionen von zehn Mädchen aus sechs Ländern (Indien, Thailand, Jemen, Peru, Haiti und Burkina Faso).

Zwei Mädchen aus Cité Soleil
Heike Fritz / Stephan Krause, Deutschland / Haiti 1996, Dokumentation, 30 Min., erhältlich auf der DVD "Kinder dieser Welt erzählen - im Fokus: Kinderrechte"
Malia und Edeline, elf und neun Jahre alt, leben mit ihrer Mutter und drei Geschwistern in einer kleinen Wellblechhütte in den Slums der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince. Sie helfen der Mutter Lebensmittel zu verkaufen und haben oft selber nicht genug zu essen. Hunger und Gewalt sind an der Tagesordnung.

Näheres zu den Filmen finden Sie im Katalog/Shop bzw. bei den Arbeitshilfen.




Artikel zuletzt geändert am: Mittwoch, 24. September 2014 10:31


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